Aktuelles

12.10.00

Deutsche Müllerschule bleibt in Braunschweig


Die Deutsche Müllerschule Braunschweig wird ihren Sitz in Braunschweig behalten. Der Verein zur Förderung der Deutschen Müllerschule hat am 29. August 2000 beschlossen, einer Verlagerung der Deutschen Müllerschule von der Wolfenbütteler Straße zur Salzdahlumer Straße (Gebäude 4 der Berufsbildenden Schule II) innerhalb Braunschweigs zuzustimmen.


Damit sind Überlegungen entweder ein eigenes Schulgebäude in Braunschweig-Thune zu errichten oder die Schule zur Hoppenlau-Schule in Stuttgart oder an den ursprünglichen Standort in Dippoldiswalde zu verlegen, erledigt. Der Entscheidung waren umfangreiche Beratungen und Gespräche mit den verschiedensten staatlichen Stellen in Dippoldiswalde, Stuttgart, Detmold, Wolfenbüttel, Braunschweig, Wittingen, Kulmbach und weiteren Orten vorangegangen. Die beteiligte Wirtschaft, die Müllerei und der müllereibezogene Anlagenbau hatten sich zunächst darauf verständigt, dass die Bildungsebene, nämlich die der Technikerschule, beibehalten werden sollte. Überlegt worden war zeitweise, ob die Anhebung auf Fachhochschulniveau sinnvoll wäre. Nachdem dies verworfen war, kamen nur noch die Standorte Wittingen, Braunschweig-Thune, Braunschweig – Salzdahlumer Straße, Stuttgart und Dippoldiswalde in Betracht.


Im Vorfeld der Entscheidung des Fördervereins hatte sich der Vorstand des Verbandes Deutscher Mühlen für eine Verlagerung der Deutschen Müllerschule innerhalb des Stadtgebiets Braunschweigs zur Salzdahlumer Straße ausgesprochen. Der Vorstand änderte damit seine ursprüngliche Präferenz für Stuttgart , nachdem Kultusministerium, Schule und Förderverein sich auf eine völlige Veränderung des Ausbildungskonzepts, des Stundenplans und der wöchentlichen Stundenzahl geeinigt hatten.


Dabei legte das Kultusministerium besonderen Wert auf eine Straffung des Unterrichts, insbesondere auf die Zusammenlegung der bisher bestehenden zwei Fachrichtungen „Müllereitechnik“ und „Mühlenbautechnik“ zu einer Fachrichtung „Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik“ mit zwei Schwerpunkten, dem müllereibezogenen Anlagenbau und der fachbezogenen Verfahrenstechnik. Beide Schwerpunkte können innerhalb der Ausbildungszeit von zwei Jahren belegt und gleichzeitig abgeschlossen werden. Die Stundenzahl pro Woche wird nicht von 32 auf 30 Stunden gesenkt, sondern vielmehr auf 37,5 im Durchschnitt angehoben.


Erstmals bezieht die Bezeichnung „Fachrichtung“ die Futtermittelwirtschaft mit in den Ausbildungsplan ein, auch ist weiterhin der Erwerb des Futtermittelzertifikates gesichert. Entsprechend den Wünschen der Mühlenwirtschaft wurden die  Unterrichtsinhalte erweitert. Damit soll erreicht werden, dass Absolventen der DMSB eigenverantwortliche Tätigkeiten in der Müllerei (Betriebsleiter) und im Mühlenbau (Projektleiter) ausüben können.

Ferner ist es weiterhin möglich, die Meisterprüfung in Braunschweig vor der Handwerkskammer abzulegen. Mit dem erfolgreichen Abschluss der DMSB ist der Erwerb der Fachhochschulreife verbunden. Bei diesem Ausbildungskonzept versetzt die DMSB interessierte Studenten in die Lage, ihre Ausbildung von bisher drei Jahren (bei Belegung der zweiten Fachrichtung) auf zwei Jahre zu verkürzen!


Anders als bisher vorgesehen, wird der neu geschaffene Klassenbildungserlass in Niedersachsen weitgehend nicht auf die DMSB  angewendet, so dass die Unterrichtsfinanzierung in vollem Umfang gesichert ist. Die Eigenständigkeit der DMSB (eigene Schulverwaltung, eigene Schulleitung) bleibt auch am neuen Standort erhalten. Es bleibt auch bei der Schulgeldfreiheit für die Studierenden der DMSB.


Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Deutschen Müllerschule, Walter Thönebe (Flechtorf), äußerte sich zufrieden über die Entscheidung des Fördervereins, weil damit sichergestellt sei, dass die Deutsche Müllerschule weiterhin von den beiden Wirtschaftszweigen, Müllerei und müllereibezogener Anlagenbau, getragen werde.