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Exkursion zum Bühler-Trainingscenter in Uzwil

05. Oktober 2020



Vom 5. bis 9. Oktober waren beide Jahrgänge der DMSB zur praktischen Schulung im Trainingscenter der Firma Bühler in Uzwil eingeladen. Auf dem Programm standen interessante Stationen auf dem Hin- und Rückweg sowie drei äußerst informative und lehrreiche Tage vor Ort. Im Folgenden schildern die Studierenden ihre Eindrücke.

Montag, 05.10.2020

Es war ein regenverhangener und dunkler Morgen, als sich die beiden Jahrgänge der DMSB frühmorgens trafen, um in ihr gemeinsames Abenteuer zu starten. In den ersten Stunden holten wir uns unseren geraubten Schlaf zurück. Nach einer Sightseeingtour durch den schönen Harz, wurde unser Fahrer ausgetauscht. Ab dann übernahm Hartmut das Steuer und brachte uns auf heißen Rädern zu unserer ersten Station, Familie Bruckmann, die Eigentümer der Kunstmühle Lonnerstadt. Bei Weißwurst, Brez‘n und einem kühlen (alkoholfreien) Gerstentee haben wir uns gestärkt. Im Anschluss haben wir uns das Herzstück mit Felix Bruckmann zusammen angeschaut. Jeder war von der Mühle begeistert, welche im 15. Jahrhundert erstmalig erwähnt wurde. Das Wasserrad und der Walzenstuhl mit Porzellanwalzen waren die Schmuckstücke der Führung. Aufgrund des straffen Zeitplanes mussten wir uns leider zu schnell wieder verabschieden und waren fast pünktlich zum Abendessen im Quartier in der Jugendherberge in Lindau.

Dienstag, 06.10.2020

Am Dienstagmorgen brachen wir das erste Mal in die Schweiz auf und besuchten dort die Firma Bühler in Uzwil. Hier trafen wir zuerst Michael Albers, ehemaliger Student der DMSB und jetzt Leiter des Trainingscenters, der auch in den kommenden Tagen immer an unserer Seite war. Zu Anfang schilderte er seinen Werdegang in der Müllerei vor und stellte uns die Vielfalt der Firma Bühler vor, die nicht nur in der Müllerei vertreten ist. Nach dem Bühler-‚Update‘ folgten Themen wie Digitalisierung in den Mühlen oder ‚Pro Plant‘, ein Servicemanagement-Tool und ‚Rolldetect‘, ein Gerät zum messen des Verschleißes der Walzen. Ein weiterer Punkt auf dem Tagesplan war die Präsentation der üblichen Maschinen in einer Mühlenreinigung u.a. Transflowtron, Magnete, Scheuermaschinen und die Sortex. Wir haben jede Menge Input an diesem Tag erhalten, manches war Auffrischung, aber sehr vieles auch neu bzw. mit neuen Erkenntnissen gefüllt. Schnell war es 17 Uhr und wir konnten mit dem neuen Wissen und noch mehr Wissensdrang entspannt zurück nach Lindau fahren. Die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß.

Mittwoch, 07.10.2020

Am Morgen starteten wir um 6:55 Uhr mit dem Frühstück. Bei einem leckeren Rührei und hart gekochten Eiern stärkten wir uns für den Arbeitstag bei unserem Gastgeber Bühler. Nach einer kurzen Busfahrt, mit schönem Blick auf die Alpen, kamen wir in Uzwil an und starteten sogleich in einen spannenden und lehrreichen Tag.

Wir wussten, dass es ein voller Tag würde, da an diesem Tag vier Stationen zu absolvieren waren. Zu Beginn wurden wir in vier kleine Gruppen aufgeteilt und anschließend zu den einzelnen Stationen geschickt.

Als erstes haben wir mit einem Service-Techniker die Walzen des neuen Walzenstuhls, MDDY gewechselt. Dank seiner jahrelangen Erfahrungen im Kundendienst, im In- sowie Ausland, konnte er uns einige Tipps und Tricks mit an die Hand geben, welche uns im späteren Berufsleben einiges erleichtern werden. Vor allem für die Studis, die noch nie einen Walzenwechsel durchgeführt haben, war diese Station definitiv sehr lehrreich.

Anschließend ging es dann an das Bespannen der Plansichtersiebe. Hier wurden auch Fehler genannt, die oftmals beim Erneuern der Siebe auftreten können und Möglichkeiten aufgezeigt sie zu vermeiden, um somit die Siebe optimal bespannen zu können.

Nach dem Besuch der Kantine - frisch gestärkt und voller neuer Energie - begaben wir uns zur Sortex-Station. Die Funktion und Arbeitsweise wurden uns ausführlich erklärt, wobei der Aufbau der Maschine ebenfalls nicht zu kurz kam. Viele Fragen wurden im anschließenden Fachgespräch nochmals diskutiert und direkt an der Maschine ausprobiert, um Unterschiede in der Sortierung aufzuzeigen. Gerade mit immer weiter ansteigenden Anforderungen der Kundschaft ein immer wichtiger werdendes Thema.

Nach einer kurzen, aber erfolgreichen Kaffeemittelstaffette ging es zur letzten Station, der Reinigung in der Mühle. Besprochen wurden nochmal die Arbeitsweisen und Einstellungsmöglichkeiten der gängigen Reinigungsmaschinen, ehe wir die Reinigung starteten, um den Weizen für die Vermahlung am nachfolgenden Tag vorzubereiten.

Fast pünktlich, starteten wir die Rückreise nach Lindau, wo wir uns schnell frisch machen mussten, da wir von der Firma Bühler noch zu einem Abendessen eingeladen waren. Nach vielen Gesprächen und dem ein oder anderen feucht fröhlichen Erfrischungsgetränk, begaben wir uns nach einem wieder sehr lehrreichen Tag erschöpft zurück in die Unterkunft, um Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln.

Donnerstag, 08.10.20202

Nach der üblichen Morgenroutine fuhren wir ein letztes Mal zu Bühler nach Uzwil. Heute bekamen wir verschiede Einblicke in die Verfahren Extrusion, Automatisation, dass einstellen des Walzenstuhles mit Granulationsmessung und Arbeitsweise und Funktion der Grießputzmaschine.

Bei der Extrusion hat Bühler sich unter anderem auf alternative Proteine (Fleischersatz), Cerealien und Petfood spezialisiert. Uns wurden die Einwellen- und Zweiwellen-Extruder, entweder mit Schneidekopf oder Kühlung für die Herstellung von Fleischersatz aus Soja vorgestellt.

Die nächste Station war an diesem Tag die Automation, dabei ging es um die Unterhaltskostenberechnung, also wie berechne ich geplante Stopps in der Produktion. Zudem wurde uns die Bühlersoftware ‚My Bühler‘ und ‚Pro Plant‘ in der Praxis vorgestellt.

Die Mittagspause wurde zur Regeneration genutzt und es folgte ein anstrengender, sehr praxisnaher Nachmittag für unsere Gruppe. An der dritten Station war die richtige Einstellung des B1 das Thema, mit der üblichen Granulationsanalyse – sprich Siebanalyse, um den Mahlspalt am Ende richtig eingestellt zu haben.

Und an der vierten und letzten Station stellten wie unter Anleitung von Michael Albers die Grießputzmaschine von Grund auf neu ein. Dabei konnte die Gruppe die jeweiligen Verbesserungen oder Verschlechterungen des Eintragungsproduktes am C1 beobachten und optimieren. Nach einem langen Tag, leider auch dem letzten, verabschiedeten wir uns alle von den ‚Lehrern‘ der Firma Bühler.

Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal an das Bühler Team, dass uns in diesen Tagen begleitet und unterstützt hat. Wir kommen gerne wieder!

Freitag, 09.10.2020

Zurückblickend auf eine spannende und lehrreiche Woche, traten wir die Heimreise nach Braunschweig an, für die unser Alumni Michael Munk noch zwei sehr interessante Stationen organisiert hatte. Nach 2,5 Stunden Busfahrt kamen wir in Bad Wimpfen bei der Frießinger Mühle an, wurden vom ‚Senior‘-Chef Wilhelm Frießinger persönlich mit einem zweiten Frühstück begrüßt und für die Führung durch die 2018 neu im Betrieb genommene Vermahlungslinie ‚Paula‘ eingekleidet. Auf dem Dach des 66m hohen neuen Gebäudes beginnend, arbeiteten wir uns Stockwerk für Stockwerk in Richtung Erdgeschoss, wobei wir zahlreiche Maschinen aus dem Bühler Trainingscenter wiedererkannten und direkt ein bisschen klugscheißen konnten! Die Frießinger Mühle hat uns mit ihren doch eher ungewohnt großen Dimensionen und mit ihrer Hightech Vermahlung Paula nachhaltig beeindruckt. So etwas sieht man nicht alle Tage und vor allem nicht in Tagen wie diesen, wo nicht jede Mühle ihre Tore für Besucher öffnet!

Als zweiten Stopp auf unserer Route, hielten wir bei der Biemer Mühle im Elztal. Wir wurden herzlich vom Chef und seiner Familie empfangen. Die als Familienbetrieb geführte Mühle, wurde gerade komplett erneuert und erhielt eine Leistungssteigerung auf 30t/d. Die Biemer Mühle hat sich auf dunkle und Vollkornmehle spezialisiert. Bei der Mühlenführung erzählte Herr Biemer voller Stolz von seinem Familienbetrieb, den er schon in der 7.Generation führt. Alle Fragen wurden ganz offen beantwortet. Nach der Mühlenführung, gab es zum Abschied noch einen kleinen Imbiss, bevor wir weiter Richtung Braunschweig fuhren, wo wir gegen 22:00 Uhr wohlbehalten ankamen.

Wir bedanken uns noch einmal recht herzlich bei allen beteiligten Personen und Firmen, dass sie uns trotz Corona empfangen und damit diese tolle Woche ermöglicht haben!